Flüeli-Ranft: Das Geburtshaus von Bruder Klaus ist renoviert worden Baudenkmal von nationaler Bedeutung
Flüeli-Ranft: Das Geburtshaus von Bruder Klaus ist renoviert worden
Baudenkmal von nationaler Bedeutung
Eine sanfte Gesamtrestaurierung hat das Geburtshaus von Bruder Klaus auf dem Flüeli erfahren. Die Kosten dafür betragen rund eine halbe Million Franken.
Als «geschichtsträchtige Stätte, die zum dinghaften Umfeld des grossen Mystikers Niklaus von Flüe gehört», bezeichnet der kantonale Denkmalpfleger Ivo Zemp das Geburtshaus von Bruder Klaus (siehe Kasten). Um den langfristigen Erhalt des Hauses sicherzustellen, hat die Kapellenstiftung Flüeli-Ranft seit dem Herbst 1999 eine Restaurierung vorgenommen. Sie wurde geleitet von Architekt Matthias Schmid, Felix Schmid Partner AG in Buochs, und begleitet durch die Fachstelle für Denkmalpflege.
Vorhandene Substanz geschont
«Ein pietätvoller Umgang mit der im Lauf der Verehrungsgeschichte des heiligen Bruder Klaus liebevoll zusammengetragenen Bausubstanz und Ausstattung ist die Voraussetzung für die Akzeptanz und damit die langfristige Erhaltung des Geburtshauses», erklärte Matthias Schmid zum Restaurierungskonzept.
Erfreulicherweise entpuppte sich der Zustand des Hauses als wesentlich besser, als dies angenommen werden konnte. Am Äussern des Hauses wurden schadhafte Teile der Dachkonstruktion ausgewechselt und die Flächen mit neuen Brettschindeln aus Tannenholz gedeckt. Am Kellermauerwerk wurde ein Bauuntersuch durchgeführt, welcher ein genaues Bild über die verschiedenen Bauphasen des Hauses gab.
Wärmedämmung verbessert
Im Innern konnte die Behaglichkeit durch die Wärmedämmung des Dachbodens und der Unterseite der Kellerdecke merklich verbessert werden. Zu ersetzen war auch die gesamte Haustechnik (elektrische und sanitäre Installationen). Um das Obergeschoss besser nutzen zu können, musste aus statischen Gründen ein neuer, selbsttragender Boden aus Bohlenbrettern eingezogen werden.
Nutzungsphasen lesbarer gemacht
Den grössten Eingriff erfuhr der Mittelraum des Obergeschosses. Er war durch Einbauten in den Sechzigerjahren umgestaltet worden und als Obergeschoss der darunterliegenden Rauchküche nicht mehr lesbar. Bei der Restaurierung wurden die Vertäferung und die Trennwände entfernt. Stattdessen wurden Glastrennwände eingebaut und die verrussten Längswände freigelegt, wodurch der ursprüngliche Raumeindruck wiederhergestellt wurde.
Damit das Geburtshaus neu auch für kleine Versammlungen, Meditation, Sitzungen usw. genutzt werden kann, erhielten die Räume im Obergeschoss eine neue Möblierung. Die aus dem 17./18. Jahrhundert stammende künstlerische Ausstattung und das Ausstellungsgut im Erdgeschoss wurden im Atelier des Res taurators Stöckli AG Stans fachgerecht gereinigt und falls nötig restauriert.
Tage der offenen Tür
Die Gesamtkosten der Restaurierung belaufen sich auf rund 500 000 Franken. Da es sich um ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung handelt, werden sich Bund, Kanton und Gemeinde mit zirka 150 000 Franken beteiligen. Die Restkosten muss die Kapellenstiftung Flüeli-Ranft durch Spenden aufbringen. Sie zeigt das restaurierte Geburtshaus der interessierten Öffentlichkeit am 23./24. September an zwei Tagen der offenen Tür. Dabei können neben dem Erdgeschoss auch die sonst nicht öffentlich zugänglichen Räume im Obergeschoss besichtigt werden.
VON REMO RAINONI |