FLÜELI-RANFT: Werte im Wandel
Eine Reise zu sich selbst
Der Verein Wirtschaftsförderung Obwalden (WFO) lud zu einer Vorabendveranstaltung ins Jugendstilhotel Paxmontana, Flüeli-Ranft. Im Zentrum stand die Bedeutung von Bruder Klaus für eine Neuausrichtung des Ortes.
Der Paxmontana-Direktor Martin Küttel, seines Zeichens auch Präsident des Tourismusvereins Sachseln/Flüeli-Ranft erinnerte in einem Referat an die Anfänge des Tourismus in unserem Lande. Der Engländer Thomas Cook leitete ab 1860 mit der Organisation von ersten Gruppenreisen die Entwicklung des Luxustourismus hin zur Massenbewegung ein. Es folgte in der Schweiz ein wahrer Hotelboom. Höhenlagen über den Seen das Beispiel "Paxmontana" zeigt es wurden entdeckt und waren der besonnten Lage und des milden Klimas wegen besonders beliebt. Es mutet im Rückblick beinahe unglaublich an, dass in damals verarmten Gegenden pompöse Hotelpaläste entstanden, in denen sich die Gäste des Luxus kaum erwehren konnten. Aber diese Irrealität funktioniert heute noch, erklärte der Referent.
Ein Ort der Kraft
Inzwischen sind viele Jahre ins Land gezogen und der Auftrag für Tourismusschaffende ist klar: "Wir müssen aus Franken wieder Franken generieren", bekräftigte Küttel. Das Image des Pilgers, der sich gesenkten Hauptes mit dem Rosenkranz in der Hand im Pilgerort bewege und dabei wenig Geld ausgebe, sei antiquiert: "Ersetzen Sie den Begriff Pilger durch "Bildungs- und Kulturreisende", riet Küttel den Anwesenden, "und Sie stehen mitten in der täglichen Realität!"
"Hier lebte ein Mann, der auf der Stufe eines Franz von Assisi oder der Jeanne dArc Übermenschliches oder Aussergewöhnliches geleistet hat", betonte Küttel. Ebenso aussergewöhnlich sei auch Flüeli-Ranft: Ein Ort der Stille, der Ruhe, der Erholung, der Spiritualität, der Kultur, der Geschichte oder einfach "ein Ort der Kraft". Nur wenige Orte in Europa könnten sich mit dem Potenzial von Flüeli-Ranft messen, "nur... das wissen die Wenigsten!"
Kein Thema im eigenen Land
Küttel ist überzeugt, dass Einheimische die Einzigartigkeit von Bruder Klaus ganz einfach als Selbstverständlichkeit hinnehmen. "Es wird kaum darüber gesprochen, geschweige denn geschrieben". Auch die Expo 02 nehme keine Notiz vom Mystiker Bruder Klaus. Es seien die ausländischen Medien, häufig auch Fernsehanstalten, die sich dafür interessieren. "Vielleicht kommt unser eigenes Fernsehen "Idee Suisse"gelegentlich auf die Idee!?"
Der Präsident des Tourismusvereins sieht die Zukunftsaufgabe darin, den Gästen einen Rahmen, die Vorbereitung und das Ritual vorzugeben, damit dieser Ort zum Erlebnis mit Tiefgang werden kann. Mit der Allgegenwart von Bruder Klaus könne Flüeli-Ranft zu einem einzigartigen Schmelztigel für Reisende aus aller Welt werden " auf der Suche nach geistigen Erlebnissen; auf einer Reise zu sich selbst".
Primus Camenzind
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