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14. Mai 2003
 
 

Tourismusvereinspräsident Martin Küttel

Luxusgut Ruhe liegt im Trend

Sachseln/Flüeli-Ranft ist stolz auf seine Übernachtungszahlen, obwohl auch hier der Sommertourismus schon bessere Zeiten erlebte.

INTERVIEW VON BEA ZAI

Martin Küttel, an der Generalversammlung im Hotel Engel in Sachseln war von rückgängigen Übernachtungszahlen in der Hotellerie die Rede. Trotzdem ist der Tourismusverein der Ansicht, lediglich ein blaues Auge abgekriegt zu haben. Wie erklären Sie diesen Gegensatz?

Martin Küttel: Sachseln/Flüeli-Ranft darf im Vergleich 2002 mit anderen Tourismusregionen tatsächlich stolz auf sein Minus von «nur» 3,3 Prozent sein. Die Zentralschweiz meldet einen Rückgang von 8,2, Nidwalden gar von 9,6 Prozent. Ein ganz leichtes Minus mussten unsere Ferienwohnungsvermieter hinnehmen, eine starke Zunahme hingegen verzeichnen die Jugendunterkunft im Flüeli und das Angebot Schlafen im Stroh. Fazit: Wir müssen nicht nur am Ball bleiben, sondern ihn noch verstärkt spielen.

Was heisst noch mehr am Ball bleiben?

Küttel: Vor zwei Jahren haben wir ein visionäres Leitbild für Sachseln/Flüeli-Ranft erarbeitet. Die zukünftige, weitsichtige Ausrichtung, gepaart mit umsichtigem Vorgehen in der Gegenwart, sind wichtige Punkte im Leitbild. Dieses Jahr wird der Sachsler Marco Egger eine Diplomstudie über das Marketing vorlegen. Die Studie soll die Grundlage für die mittel- und langfristige Strategie bilden, die wir dann über Jahre konsequent verfolgen werden. Das Ziel ist klar: Der verdiente Franken soll neue Franken hervorbringen.

Neue Franken durch neue Kunden? Mit was locken Sie neue, auch jüngere Gäste in die engste Heimat von Bruder Klaus?

Küttel: Sachseln/Flüeli-Ranft ist aussergewöhnlich, ist einzigartig. Heute, wo Ruhe immer mehr zum Luxusgut wird, wo bereits 40-Jährige nach Stille, Erholung und auch nach Spiritualität verlangen, liegen wir absolut richtig. Wir sind ein Ort des Kultes und der Kraft. Komprimiert auf engem Raum, in herrlicher Umgebung. Nicht Kulisse, sondern echt und authentisch. Und wird Bruder Klaus auf verständliche Art vorgestellt, spricht er sogar noch Jüngere an. Ich wage zu behaupten, dass sich nur wenige Orte Europas mit uns und unserem Potenzial messen können.

Spielt neben geistiger Weilness nicht auch das körperliche Wohlbefinden eine grosse Rolle?

Küttel: Doch, das ist richtig. Für die langsame, natürliche Art des geistigen und körperlichen Wohlbefindens gibt es bei uns viele Angebote auf unterschiedlichen Ebenen. Wir verzichten jedoch bewusst auf eine kostenintensive Aufrüstung der Infrastruktur. Damit meine ich Bäderwelten, Saunalandschaften und dergleichen.

Am Samstag, 17. Mai, ist es SO Weit: Beat Richner, bekannt unter «Beatocello», Schweizer des Jahres 2002 aus der Sendung «Swiss Award» und Kinderarzt in Kambodscha, soll im Älggi gefeiert werden. Auch weiteren Gewinnern steht in den kommenden Jahren diese Ehre zu. Wird der Tourismusverein in Zukunft auf Rosen gebettet sein und kann er sich weitere Werbefranken ersparen?

Küttel: (schmunzelt) Nein, nein. Ich denke, der geografische Mittelpunkt wird kaum ein Vermarktungspunkt werden, der das grosse Geld bringt. Hingegen können wir Jahr für Jahr mit einer weiteren, spannenden Anekdote für unsere Gäste aufwarten. Spass beiseite: Vom Mittelpunkt ableiten kann man unsere absolut zentrale Lage, die gute Erreichbarkeit, den Autobahnanschluss in alle Himmelsrichtungen.

Noch kurz zurück auf Beat Richner. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, seinem Konzert
in der Pfarrkirche Sachseln beizuwohnen. Es findet am 17. Mai um 18.30 Uhr statt.

Der 38-jährige Martin Küttel lebt mit seiner Familie seit vier Jahren in Obwalden und leitet das Jugendstil-Hotel Paxmontana. Seit zwei Jahren ist er Präsident des Tourismusvereins Sachseln/Flüeli-Ranft.

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