Martin Küttel: Sachseln/Flüeli-Ranft darf
im Vergleich 2002 mit anderen Tourismusregionen tatsächlich
stolz auf sein Minus von «nur» 3,3 Prozent sein. Die
Zentralschweiz meldet einen Rückgang von 8,2, Nidwalden gar
von 9,6 Prozent. Ein ganz leichtes Minus mussten unsere Ferienwohnungsvermieter
hinnehmen, eine starke Zunahme hingegen verzeichnen die Jugendunterkunft
im Flüeli und das Angebot Schlafen im Stroh. Fazit: Wir müssen
nicht nur am Ball bleiben, sondern ihn noch verstärkt spielen.
Küttel: Vor zwei Jahren haben wir ein visionäres
Leitbild für Sachseln/Flüeli-Ranft erarbeitet. Die zukünftige,
weitsichtige Ausrichtung, gepaart mit umsichtigem Vorgehen in der
Gegenwart, sind wichtige Punkte im Leitbild. Dieses Jahr wird der
Sachsler Marco Egger eine Diplomstudie über das Marketing vorlegen.
Die Studie soll die Grundlage für die mittel- und langfristige
Strategie bilden, die wir dann über Jahre konsequent verfolgen
werden. Das Ziel ist klar: Der verdiente Franken soll neue Franken
hervorbringen.
Neue Franken durch neue Kunden? Mit was locken Sie
neue, auch jüngere Gäste in die engste Heimat von Bruder
Klaus?
Küttel: Sachseln/Flüeli-Ranft ist aussergewöhnlich,
ist einzigartig. Heute, wo Ruhe immer mehr zum Luxusgut wird, wo
bereits 40-Jährige nach Stille, Erholung und auch nach Spiritualität
verlangen, liegen wir absolut richtig. Wir sind ein Ort des Kultes
und der Kraft. Komprimiert auf engem Raum, in herrlicher Umgebung.
Nicht Kulisse, sondern echt und authentisch. Und wird Bruder Klaus
auf verständliche Art vorgestellt, spricht er sogar noch Jüngere
an. Ich wage zu behaupten, dass sich nur wenige Orte Europas mit
uns und unserem Potenzial messen können.
Spielt neben geistiger Weilness nicht auch das körperliche
Wohlbefinden eine grosse Rolle?
Küttel: Doch, das ist richtig. Für die
langsame, natürliche Art des geistigen und körperlichen
Wohlbefindens gibt es bei uns viele Angebote auf unterschiedlichen
Ebenen. Wir verzichten jedoch bewusst auf eine kostenintensive Aufrüstung
der Infrastruktur. Damit meine ich Bäderwelten, Saunalandschaften
und dergleichen.
Am Samstag, 17. Mai, ist es SO Weit: Beat Richner,
bekannt unter «Beatocello», Schweizer des Jahres 2002
aus der Sendung «Swiss Award» und Kinderarzt in Kambodscha,
soll im Älggi gefeiert werden. Auch weiteren Gewinnern steht
in den kommenden Jahren diese Ehre zu. Wird der Tourismusverein
in Zukunft auf Rosen gebettet sein und kann er sich weitere Werbefranken
ersparen?
Küttel: (schmunzelt) Nein, nein. Ich denke,
der geografische Mittelpunkt wird kaum ein Vermarktungspunkt werden,
der das grosse Geld bringt. Hingegen können wir Jahr für
Jahr mit einer weiteren, spannenden Anekdote für unsere Gäste
aufwarten. Spass beiseite: Vom Mittelpunkt ableiten kann man unsere
absolut zentrale Lage, die gute Erreichbarkeit, den Autobahnanschluss
in alle Himmelsrichtungen.
Noch kurz zurück auf Beat Richner. Die Öffentlichkeit
ist herzlich eingeladen, seinem Konzert
in der Pfarrkirche Sachseln beizuwohnen. Es findet am 17. Mai um
18.30 Uhr statt.
Der 38-jährige Martin Küttel lebt
mit seiner Familie seit vier Jahren in Obwalden und leitet das Jugendstil-Hotel
Paxmontana. Seit zwei Jahren ist er Präsident des Tourismusvereins
Sachseln/Flüeli-Ranft.