Schweizer des Jahres 2002
Über vier Millionen Kinder betreut
Beat Richner ist der erste «Schweizer des Jahres»,
dessen Name im Älggi «in Stein gemeisselt» wurde.
Damit wird sein Einsatz als Arzt in Kambodscha gewürdigt.
VON ROBERT HESS
«Irgendwie passt es zusammen», meinte
Adrian Marthaler, der Programmdirektor des Schweizer Fernsehens,
am Samstagnachmittag am Rande der Ehrung für den «Schweizer
des Jahres 2002». «Wir feiern hier oben auf der Alp
Älggi, fernab von der breiten Öffentlichkeit, den Kinderarzt
Beat Richner, der fernab von der Schweiz, in Kambodscha, seit Jahren
Grosses leistet.»
Von 1,2 Millionen gewählt
Irgendwie schien am Samstag auch das unfreundliche
Wetter mit Regen und Nebel auf der Älggi-Alp die Härte
des Einsatzes und die ausserordentlichen Anstrengungen Beat Richners
für «seine» kranken und verunfallten kambodschanischen
Kindern widerspiegeln zu wollen. Über vier Millionen Kinder
und Mütter sind in den letzten elf Jahren in Richners drei
Spitälern und der Materinite unentgeltlich betreut worden.
Die Wahl zum «Schweizer des Jahres 2002» durch 1,2 Millionen
Fernsehzuschauer an der TV-Sendung SwissAward vom 4. Januar habe
ihn «sehr berührt», sagte Richner nach der Enthüllung
der Plakette beim geografischen Mittelpunkt der Schweiz zu TV-Moderator
Patrick Rohr. «Ich bin ja kein Star und niemand hatte meine
Wahl erwartet, doch offensichtlich hat das TV-Publikum erkannt,
dass mein Einsatz richtig und wichtig ist. Und dies freute mich.»
Bald zurück in die Schweiz?
Einen kleinen Zustupf für Richners Werk brachte
Landammann Hans Hofer zur Feier ins Älggi mit. Regierung, Kantonsrat
und die Mitglieder der Gerichte hatten die Gelegenheit wahrgenommen
und fuhren auf ihrem jährlichen Ausflug ebenfalls ins Älggi.
«Sie machen viele Menschen, vor allem Kinder, glücklich»,
sagte Landammann Hofer zu Richner, «also müssen auch
Sie glücklich sein.»
Beat Richner alias «Beatocello» steht nach wie vor hinter
seinem Lebenswerk. Doch der fortwährende Einsatz für Spendengelder
und der Kampf ums Recht und gegen die Korruption in Kambodscha fordern
ihren Tribut. Der 56-Jährige hat Heimweh und möchte in
den nächsten Jahren in die Schweiz zurückkehren. «Heute
arbeiten rund 1300 Kambodschaner in unsern Spitälern, wir haben
ein gutes Team», sagte Richner. Ziel sei es immer gewesen,
dass die Kambodschaner das Werk eines Tages selber weiterführen
müssen.
Glänzend organisiert
Ein sehr gutes Zeugnis stellten die Fernsehleute
den lokalen Organisatoren aus. Der Einwohnergemeinderat mit Präsidentin
Margrit Freivogel, der Korporationsrat mit Kurt von Ah und Sachseln-Flüeli-Ranft-Tourismus
mit PaxMontana-Direktor Martin Küttel an der Spitze hatten
den Anlass zusammen mit ihren Helferinnen und Helfern perfekt vorbereitet
und führten glänzend Regie.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Kinderchörli Flüeli-Ranft,
von den Kernser Singbuben und dem Alphornbläser Niklaus von
Moos. Für Speis und Trank beim Mittelpunkt der Schweiz war
der «Steimandliclub» besorgt.
Von allem Anfang war klar gewesen, dass die Älggi-Alp aus verkehrstechnischen
Gründen für einen Grossaufmarsch der Bevölkerung
nicht geeignet war. Deshalb gab Beat Richner noch am Samstagabend
ein öffentliches Konzert in der Pfarrkirche. |