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19. Mai 2003
 
 

Schweizer des Jahres 2002

Über vier Millionen Kinder betreut

Beat Richner ist der erste «Schweizer des Jahres», dessen Name im Älggi «in Stein gemeisselt» wurde. Damit wird sein Einsatz als Arzt in Kambodscha gewürdigt.

VON ROBERT HESS

«Irgendwie passt es zusammen», meinte Adrian Marthaler, der Programmdirektor des Schweizer Fernsehens, am Samstagnachmittag am Rande der Ehrung für den «Schweizer des Jahres 2002». «Wir feiern hier oben auf der Alp Älggi, fernab von der breiten Öffentlichkeit, den Kinderarzt Beat Richner, der fernab von der Schweiz, in Kambodscha, seit Jahren Grosses leistet.»

Von 1,2 Millionen gewählt

Irgendwie schien am Samstag auch das unfreundliche Wetter mit Regen und Nebel auf der Älggi-Alp die Härte des Einsatzes und die ausserordentlichen Anstrengungen Beat Richners für «seine» kranken und verunfallten kambodschanischen Kindern widerspiegeln zu wollen. Über vier Millionen Kinder und Mütter sind in den letzten elf Jahren in Richners drei Spitälern und der Materinite unentgeltlich betreut worden.

Die Wahl zum «Schweizer des Jahres 2002» durch 1,2 Millionen Fernsehzuschauer an der TV-Sendung SwissAward vom 4. Januar habe ihn «sehr berührt», sagte Richner nach der Enthüllung der Plakette beim geografischen Mittelpunkt der Schweiz zu TV-Moderator Patrick Rohr. «Ich bin ja kein Star und niemand hatte meine Wahl erwartet, doch offensichtlich hat das TV-Publikum erkannt, dass mein Einsatz richtig und wichtig ist. Und dies freute mich.»

Bald zurück in die Schweiz?

Einen kleinen Zustupf für Richners Werk brachte Landammann Hans Hofer zur Feier ins Älggi mit. Regierung, Kantonsrat und die Mitglieder der Gerichte hatten die Gelegenheit wahrgenommen und fuhren auf ihrem jährlichen Ausflug ebenfalls ins Älggi. «Sie machen viele Menschen, vor allem Kinder, glücklich», sagte Landammann Hofer zu Richner, «also müssen auch Sie glücklich sein.»

Beat Richner alias «Beatocello» steht nach wie vor hinter seinem Lebenswerk. Doch der fortwährende Einsatz für Spendengelder und der Kampf ums Recht und gegen die Korruption in Kambodscha fordern ihren Tribut. Der 56-Jährige hat Heimweh und möchte in den nächsten Jahren in die Schweiz zurückkehren. «Heute arbeiten rund 1300 Kambodschaner in unsern Spitälern, wir haben ein gutes Team», sagte Richner. Ziel sei es immer gewesen, dass die Kambodschaner das Werk eines Tages selber weiterführen müssen.

Glänzend organisiert

Ein sehr gutes Zeugnis stellten die Fernsehleute den lokalen Organisatoren aus. Der Einwohnergemeinderat mit Präsidentin Margrit Freivogel, der Korporationsrat mit Kurt von Ah und Sachseln-Flüeli-Ranft-Tourismus mit PaxMontana-Direktor Martin Küttel an der Spitze hatten den Anlass zusammen mit ihren Helferinnen und Helfern perfekt vorbereitet und führten glänzend Regie.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Kinderchörli Flüeli-Ranft, von den Kernser Singbuben und dem Alphornbläser Niklaus von Moos. Für Speis und Trank beim Mittelpunkt der Schweiz war der «Steimandliclub» besorgt.

Von allem Anfang war klar gewesen, dass die Älggi-Alp aus verkehrstechnischen Gründen für einen Grossaufmarsch der Bevölkerung nicht geeignet war. Deshalb gab Beat Richner noch am Samstagabend ein öffentliches Konzert in der Pfarrkirche.

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