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Ausgabe vom 30.07.2004
 
 

JAKOBSWEG: Wanderung auf dem Pilgerweg

Meditative Impulse

Am vergangenen Sonntag, dem Fest des heiligen Jakobus, liessen sich rund 40 Frauen und Männer von Via Cordis vom Dorfplatz Stans auf dem Jakobsweg in den Ranft begleiten. Eindrücke des Journalisten Jakob Hertach.

pd/red. Der gewählte Weg ist ein Teil des Jakobsweges, der Pilger nach Santiago de Compostela in Spanien führt, und ist speziell ausgeschildert. Der Tag war ein ganz besonderer: Die Kirche feierte das Fest des heiligen Jakobus.

Die Pilger am Sonntag, Männer und Frauen, brachten etwas von diesem Geist auf den Weg von Stans in den Ranft mit. Die Begleiter und Organisatoren von Via Cordis bereicherten die Wanderung mit dem Gedankengut ihres Werkes. Erster Halt nach dem Start auf dem Dorfplatz Stans war die Kapelle Maria zum Schnee. Die Skulptur der heiligen Odilia - sie trägt ihre Augen auf einem Tablett - nutzte Pfarrer Reinhard Lanz als meditativen Impuls zum Thema «Augen - sehen - sich führen lassen». Für einen Teil des folgenden Wegstückes liessen sich die Pilger mit verbundenen Augen von einem Begleiter führen, um für kurze Zeit die Erfahrung des Blindseins zu machen. Am Rastplatz Rohrnerberg vermittelte Elke Badur, spirituelle Begleiterin von Pilgergruppen, Impulse zur Erfahrung der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Der nächste Halt war die St.-Jakobs-Kirche in Ennetmoos. Hier und an anderen Orten vermittelte Niklaus von Flüe aus Kerns Einblicke in verschiedene Historien der Kirchen und Kapellen. Als Überraschung servierte Gemeindeleiter Diakon Hans Schelbert den Gästen Jakobsbrot.

Am Maikäppeli, die Gruppe hat inzwischen Obwalden erreicht, brachte Elke Badur das Thema «Füsse spüren» und übte den Pilgerschritt ein. Beim Umgang im Pilgerschritt um das Maikäppeli sangen die Pilger das Lied «Wechselnde Pfade», das Pilgerlied, das unterwegs immer wieder gesungen wurde.

Schweigen als Grunderfahrung

Franz Koller, Pastoralassistent in Sarnen, forderte nach der Station bei der Kapelle St. Antoni die Pilgernden auf, das nächste Teilstück nach St. Niklausen schweigend zu begehen. Unterwegs machten die Pilgernden eine Erfahrung, die Marcel auf seinem Marsch wichtig wurde: Pilgern ist Zu-sich-Zurückfinden», den Gedanken den Lauf lassen, um sich auf ein zentrales Thema zu konzentrieren. Im Austausch in Gruppen entstanden wertvolle Impulse.

«Ich will dir danken»

Von St. Niklaus liessen sich die Pilgernden hinunter ins Tal der Melchaa führen. Zunächst zur Möslikapelle. Hier gab Priska Knüsel-Glanzmann, Leiterin von Via Cordis in Flüeli-Ranft, Impulse zum Danken. «Ich will dir danken, weil du meinen Namen kennst»: So der Liedtext. Mit einem Wortgottesdienst in der oberen Ranftkapelle beschloss Franz Koller den gemeinsamen Pilgertag am Fest des heiligen Jakobus.

Dem Leitungsteam ist es gelungen, Menschen aus verschiedenen feilen des Landes, die sich zuvor nicht kannten, innert kurzer Zeit eine Vertrautheit zu vermitteln, die persönliche Gespräche ermöglicht hat. Damit hat sich die Erfahrung von Marcel bestätigt: Pilgern ermöglicht Gemeinschaft und Vertrautheit, weil sie das gleiche Ziel anstreben.

Mitverantwortlich für die Organisation der Wanderung war auch Sachsein/Flüeli-Ranft-Tourismus.

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