JAKOBSWEG: Wanderung auf dem Pilgerweg
Meditative Impulse
Am vergangenen Sonntag, dem Fest des heiligen
Jakobus, liessen sich rund 40 Frauen und Männer von Via Cordis
vom Dorfplatz Stans auf dem Jakobsweg in den Ranft begleiten. Eindrücke
des Journalisten Jakob Hertach.
pd/red. Der gewählte Weg ist ein Teil des Jakobsweges,
der Pilger nach Santiago de Compostela in Spanien führt, und
ist speziell ausgeschildert. Der Tag war ein ganz besonderer: Die
Kirche feierte das Fest des heiligen Jakobus.
Die Pilger am Sonntag, Männer und Frauen, brachten
etwas von diesem Geist auf den Weg von Stans in den Ranft mit. Die
Begleiter und Organisatoren von Via Cordis bereicherten die Wanderung
mit dem Gedankengut ihres Werkes. Erster Halt nach dem Start auf
dem Dorfplatz Stans war die Kapelle Maria zum Schnee. Die Skulptur
der heiligen Odilia - sie trägt ihre Augen auf einem Tablett
- nutzte Pfarrer Reinhard Lanz als meditativen Impuls zum Thema
«Augen - sehen - sich führen lassen». Für
einen Teil des folgenden Wegstückes liessen sich die Pilger
mit verbundenen Augen von einem Begleiter führen, um für
kurze Zeit die Erfahrung des Blindseins zu machen. Am Rastplatz
Rohrnerberg vermittelte Elke Badur, spirituelle Begleiterin von
Pilgergruppen, Impulse zur Erfahrung der Verbindung zwischen Himmel
und Erde. Der nächste Halt war die St.-Jakobs-Kirche in Ennetmoos.
Hier und an anderen Orten vermittelte Niklaus von Flüe aus
Kerns Einblicke in verschiedene Historien der Kirchen und Kapellen.
Als Überraschung servierte Gemeindeleiter Diakon Hans Schelbert
den Gästen Jakobsbrot.
Am Maikäppeli, die Gruppe hat inzwischen Obwalden
erreicht, brachte Elke Badur das Thema «Füsse spüren»
und übte den Pilgerschritt ein. Beim Umgang im Pilgerschritt
um das Maikäppeli sangen die Pilger das Lied «Wechselnde
Pfade», das Pilgerlied, das unterwegs immer wieder gesungen
wurde.
Schweigen als Grunderfahrung
Franz Koller, Pastoralassistent in Sarnen, forderte
nach der Station bei der Kapelle St. Antoni die Pilgernden auf,
das nächste Teilstück nach St. Niklausen schweigend zu
begehen. Unterwegs machten die Pilgernden eine Erfahrung, die Marcel
auf seinem Marsch wichtig wurde: Pilgern ist Zu-sich-Zurückfinden»,
den Gedanken den Lauf lassen, um sich auf ein zentrales Thema zu
konzentrieren. Im Austausch in Gruppen entstanden wertvolle Impulse. «Ich will dir danken»
Von St. Niklaus liessen sich die Pilgernden
hinunter ins Tal der Melchaa führen. Zunächst zur Möslikapelle.
Hier gab Priska Knüsel-Glanzmann, Leiterin von Via Cordis in
Flüeli-Ranft, Impulse zum Danken. «Ich will dir danken,
weil du meinen Namen kennst»: So der Liedtext. Mit einem Wortgottesdienst
in der oberen Ranftkapelle beschloss Franz Koller den gemeinsamen
Pilgertag am Fest des heiligen Jakobus.
Dem Leitungsteam ist es gelungen, Menschen
aus verschiedenen feilen des Landes, die sich zuvor nicht kannten,
innert kurzer Zeit eine Vertrautheit zu vermitteln, die persönliche
Gespräche ermöglicht hat. Damit hat sich die Erfahrung
von Marcel bestätigt: Pilgern ermöglicht Gemeinschaft
und Vertrautheit, weil sie das gleiche Ziel anstreben.
Mitverantwortlich für die Organisation der Wanderung
war auch Sachsein/Flüeli-Ranft-Tourismus.
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