Sachseln Flüeli-Ranft Tourismus, Aelggi Alp
Sachseln Flüeli-Ranft Tourismus Aelggi Alp Mittelpunkt der Schweiz
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12/06

 
 

ALP ÄLGGI Gratwanderung der Superlative

Zum Mittelpunkt der Schweiz

Wo liegt der Mittelpunkt der Schweiz? Nein, nicht auf dem Rütli, sondern im Kanton Obwalden, genauer bei der Alp Älggi zwischen dem kleinen und dem grossen Melchtal. Sicher der schönste, aber auch längste Weg führt dabei von Flüeli-Ranft über den Arnigrat und den Heitlistock dorthin.

Wenn man das alles in einem Tag bewältigen und erst noch zur Stöckalp wieder absteigen will, heisst es früh aufstehen und zügig losziehen. Aber auch wenn man nicht ganz zur Landesmitte vorstösst und bei der Wandelen oder schon vorher rechtsumkehrt macht, lohnt sich die Tour. Und es lohnt sich auch eine Übernachtung in Flüeli. Warum nicht zur Feier des Wochenendes im Hotel «Paxmontana»? Zu annehmbaren Preisen lässt sich hier in einem kleinen Palast übernachten, der an prächtiger Lage die Noblesse eines alten Kurhotels ausstrahlt, ohne verstaubt zu wirken.

Auf Messers Schneide tanzen

Solchermassen an Geist und Körper gestärkt und mit dem Segen des heiligen Niklaus kann die Bergfahrt losgehen. Die Morgenfrische hilft über die ersten 1100 Höhenmeter hinauf bis zum Höch Dossen. Unter normalen Umständen eine Tagestour an sich, markiert der Höch Dossen für unser Vorhaben erst den Anfang - der Anfang eines Gratweges, der bezüglich Ausgesetztheit und Abenteuerlichkeit in der Region seinesgleichen sucht. Nach der Hohmad beginnt der Tanz auf des Messers Schneide. Teilweise auf knappen Wegspuren in steilen Grasflanken vorwärts trippelnd, dann wieder auf dem unheimlich schmalen Grat balancierend - immer im Wissen, dass ein Ausrutscher wie beim Leiterlispiel bedeutet, dass man wieder unten zu beginnen hat. Nur geht der Abstieg nicht so glatt wie mit der Plastikfigur auf dem Spielbrett.

Nervenkitzel als Genuss

Wer sich diesem Nervenkitzel nicht aussetzen will, für den gibt es auch Wege unten herum. Wer aber auf den Geschmack gekommen ist, bleibt oben. Wie Gras-Gendarmen stehen die Kalkbuckel im Weg und müssen überstiegen werden. Gute Dienste leisten weniger die Hände als zwei Skistöcke. Wie zusätzliche Beine helfen sie mit, das Gleichgewicht zu halten. Erst zwei Kilometer weiter südlich, beim Astelhorn, ist der Spass zu Ende. Nur noch ein Katzensprung, und die Gratwanderer sind auf der Wandelen.

 Seiltänzelnd

Seiltänzelnd zwischen den Aussichten.
Die Wegspuren auf dem Arnigrat sind gut sichtbar, aber
sie verlaufen direkt auf der ausgesetzten Gratkante.

Exercice d'equilibrisme entre divers points de vue.
Les sentiers sont clairement traces sur l'Arnigrat, mais
ils suivent l'arete la plus exposee.

Tightrope walking from one view to the next.
The paths along the Arnigrat are clearly visible, but they
lead right along the exposed edge of the ridge.

   

1700 Höhenmeter abwärts

Nachdem Sie die Aussicht, der Sie nun schon seit zwei Wander- und Tanzstunden ausgesetzt waren, nochmals eingesogen haben, drehen Sie nach rechts ab und verschwinden in der Tiefe des Mettentals. Bald schon quert man die Fahrstrasse vom Flüeli zur Alp Älggi und taucht noch weiter hinab bis zum Sarnersee. Das sind von der Wandelen immerhin 1700 Höhenmeter, mehr als von den meisten Alpenbergen bis zum Talgrund. Und auch hier helfen die Wander- oder Skistöcke, Kniebeschwerden zu vermeiden. Oder dann schont man die Gelenke, indem man gut abrollend leichtfüssig hinuntertänzelt. Nur stellt diese Technik hohe Anforderungen an die das Kniegelenk umgebende Muskulatur... Die andere Möglichkeit ist, die Flucht nach vorn anzutreten und auf der Höhe bleibend weiterzumarschieren vorbei am Heitlistock bis zur Bachegg. Dort führt ein steiler Weg hinunter zur Stöckalp.

DAVID COUUN


Tour Info

Flüeli-Ranft - Wandelen – Sachseln

Balancieren am Grat

START
Flüeli-Ranft (734 m ü. M.). Bekannter Wallfahrtsort (Bruder Klaus) oberhalb Sachseln.

ZIEL
Sachseln.

CHARAKTERISTIK
Grattour der Superlative: Drei Kilometer auf des Messers Schneide. Links die Zentralschweizer Alpen, rechts der Sarnersee und ein Blick weit in die Berner Alpen hinein.

ROUTE
Von Flüeli über Barfeld, Unter und Ober Büelen teilweise recht steil zum Höch Dossen. Nur noch leicht ansteigend zur Hohmad. Der offizielle Wanderweg taucht nach rechts ab (empfohlen für unsichere Berggänger).

Für die Grattour jedoch der Wegspur dem Grat entlang folgen, Zwei Abstiegsmöglichkeiten während der Gratpassage. Von der Wandelen rechts hinunter ins Mettental zur Fahrstrasse und weiter in langem Abstieg nach Sachsein zurück. Die Älggi-Fahrstrasse ist an Wochenenden relativ viel befahren, evtl. Möglichkeit für Autostopp.

ZEIT
Flüeli-Ranft - Wandelen - Sachseln: rund 7 h.

HÖHENDIFFERENZ
Flüeli-Ranft bis Wandelen: rund 1500 Hm.

VARIANTE
Von Wandelen weiter rund um den Heitlistock zur Alp Älggi oder steil hinunter zur Stöckalp, Von Flüeli-Ranft bis Stöckalp: 6,5h. Ab Stöckalp Postauto nach Kerns - Sarnen: Fahrplanfeld 470.25

ANFORDERUNGEN
T2-T3: Je nach Verhältnissen und Varianten. Bei Schnee und Nässe wird die Tour nicht empfohlen. Auch wenn auf der Wanderkarte nicht eingezeichnet, führt eine Wegspur über die gesamte Gratkante. Keine Kletterstellen.

ANREISE
Mit SBB (Brünigbahn) bis Sachseln, dann mit Postauto bis Flüeli: Fahrplanfelder 470, 470.40 4

EINKEHREN UND ÜBERNACHTEN
In Flüeli-Ranft drei schön gelegene Hotels, unterwegs keine Möglichkeit für Verpflegung und Unterkunft.

INFO
Verkehrsverein Kerns: Telefon 041 660 70 70,

LITERATUR
«Die schönsten Gratwanderungen der Schweizer Alpen», David Coulin, AT-Verlag.

KARTEN
Landeskarte 1: 25000,1170 Alpnach, 1190 Melchtal, Landeskarte 1: 50000, 245 T Stans.

 

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