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Durstiger Schweizer des Jahres
Seinen «Erfolgsdurst» hat der Ex-Formel-1-Teamchef Peter Sauber gestillt. Durst hatte der «Schweizer des Jahres 2005» aber auch auf der Älggi Alp, wo er am Samstag nochmals geehrt wurde. |
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Peter Sauber zusammen mit Gattin Christiane
beim geografischen Mittelpunkt der Schweiz ob Sachseln. Auf der Tafel «Schweizer des Jahres»
hat nun auch Saubers Name seinen Platz gefunden. |
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Peter Sauber auf ewig im Mittelpunkt
Ehrungen machen Durst. Mitten in seinen Dankesworten konnte Formel-1-Doyen Peter Sauber (62) nicht mehr. «Sorry», sagte der ehemalige Teamchef am Samstag auf 1650 Metern über Meer. «Hat hier jemand einen Schluck Wasser, bitte?» Das Wasser wurde sofort gereicht. Schliesslich war es ein historischer Moment auf der idyllischen Älggi-Alp hoch über Sachseln: Peter Sauber wurde als «Schweizer des Jahres 2005 geehrt. Sein weltbekannter Name steht jetzt auf der gravierten Metallplatte des grossen Bergsteines, der exakt im geografischen Mittelpunkt der Schweiz steht. Bereits eingraviert sind die Namen von Saubers Vorgänger: Kambodscha-Kinderarzt Beat Richner (2002), Tennis-Star Roger Federer (2003) und Kindersterbespital-Gründerin Lotti Latrous (2004). |
«Ich fühle mich hier sehr wohl», sagte der Mann, der in 216 Grand Prix während 13 Jahren als Teamchef in aller Welt zu Hause war, zwischen den Klängen von Kuhglocken, Alphornbläsern und der Obwaldner Pearl-Jazz-Band, die zu Ehren Saubers zum ersten Mal in dieser Formation auftrat.
Laudator Urs Leutert brachte es auf den Punkt: «Sauber tat es auf seine Art», meinte der Sportchef des Schweizer Fernsehens. Und brachte ein typisches Beispiel: «Im Restaurant des Sauber Rennteams standen eines Morgens ein Pfeffer- und ein Salzgefäss, angeschrieben mit zwei Buchstaben: P und S. Ein Journalist begann von Namenskult zu sprechen. Am anderen Morgen waren die Gefässe weg ...»
Obwaldens Finanzdirektor Hans Wallimann brachte einen grossen Geschenkkorb, lobte die «grosse Bescheidenheit» des Geehrten und hob dessen Vorbildfunktion hervor: «Ich mahnte die Sauber-Crew in meinem Departement immer als Sinnbild für echten Teamgeist an.» Sachselns Gemeindepräsidentin Margrit Freivogel lud die rund 200 Gäste und Fans zu Bergkäse und Umtrunk ein. Gekommen waren die Luzerner TV Unterhaltungschefin mit Obwaldner Wurzeln, Gabriela Amgarten, und «Swiss-Award»-Moderatorin Sandra Studer mit Töchterchen Liliane. Sie ist ganz happy: «Ich erwarte mein drittes Kind.»
Strahlen sah man auch Paul Berlinger. Der ehemalige Skiverbandsdirektor aus Hergiswil weiss, was für Peter Sauber immer das Wichtigste war und ist: das Wohl seiner Mitarbeiter. «Da herrscht überall grösste Freundschaft, die weit über die Arbeitszeit geht», erzählte Berlinger. Bestes Beispiel sei sein Sohn Reto. Acht Jahre war er im Sauber-Team, unter anderem als Testfahrer. «Jetzt ist mein Sohn nicht mehr bei Sauber. Aber die Verbundenheit bleibt - wohl ein Leben lang», sagte Berlinger. «Reto ist gerade ins spanische Jerez gereist. Dort wurde er für eine Woche wieder als Testfahrer eingeladen.»
ANDRE HÄFLIGER
Nachgefragt:
Peter Sauber, wie hat Ihnen die Ehrung im Obwaldnerland gefallen?
Peter Sauber: Ganz hervorragend! Es war ein wunderschöner, unvergesslicher Tag in einem der schönsten Gebiete der Schweiz. Meine Ehefrau Christiane und ich haben den Tag vom Anfang bis zum Ende genossen. Die Stimmung war gut, und die Leute waren sehr gastfreundlich und nett.
Geniessen Sie auch Ihre Pension?
Sauber: Nun, ich bin ja nicht pensioniert. Noch bin ich an 10 der 18 Formel-1-Rennen selber dabei, die anderen verfolge ich am Fernsehen. Zudem habe ich weiterhin viele Auftritte für BMW, für die Credit Suisse und für Petronas. Das beschäftigt mich so viel, dass ich nichts Neues anfangen müsste. Und lässt mir so viel Zeit, das nachzuholen, was ich schon immer wollte.
Zum Beispiel?
Sauber: Ferien dann nehmen, wenn man es will. Und vielleicht mal mehr als zwei Wochen. Zudem sind wir umgezogen. Und in Pfäffikon habe ich mir ein neues Büro eingerichtet. Sich neu organisieren, das braucht auch Zeit.
Aber der Druck ist weg.
Sauber: Genau. Den Druck des sportlichen Erfolges und den Druck der Mittelbeschaffung gibt es jetzt für mich nicht mehr. Ich leide zwar, wenn es unserem Team nicht gut läuft, aber ich trage keine Verantwortung mehr. Das entlastet enorm.
Würden Sie nochmals gleich anfangen?
Sauber: Ja! Ich bereue gar nichts. Natürlich gibt es viele Fehler, die man weglassen würde. Aber die kann man ja nicht herauspicken. Aber man muss das Ganze sehen, wenn man am Schluss Bilanz zieht. Und dabei überwiegt das Positive.
INTERVIEW ANDRÉ HÄFLIGER